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Noch ziehmlich dünn!!!

 Zur Vogelwelt im Nordwestteil des
Burgenlandkreises
 Teil II

 

Stare

Die vorwiegend naturnahen Waldbestände mit einem nicht geringen Altholzanteil bieten einer Vielzahl waldbewohnender Arten Lebensraum und vielfältige Nistmöglichkeiten. Von den zahlreichen Sperlingsvogelarten sind Kleiber (Sitta europaea), Gartenbaumläufer (Certhia brachydactyla), Waldbaumläufer (Certhia familiaris), Misteldrossel (Turdus viscivorus), Singdrossel (Turdus philomelos), Mönchsgrasmücke (Sylvia atricapilla), Weidenlaubsänger (Phylloscopus collybita), Waldlaubsänger (Phylloscopus sibilatrix), Wintergoldhähnchen (Regulus regulus), Sommergoldhähnchen (Regulus ignicapillus), Grauer Fliegenschnäpper (Musicapa striata), Baumpieper (Anthus trivialis), Kernbeißer (Coccothraustes coccothraustes), Star (Sturnus vulgaris), Erlenzeisig (Carduelis spinus), Gimpel (Phyrrhula phyrrhula), Pirol (Oriolus oriolus) und auch Haubenmeise (Parus cristatus), Tannenmeise (Parus ater), Sumpfmeise (Parus palustris), Weidenmeise (Parus montanus), Schwanzmeise (Aegithalos cautatos) sowie in den Randbereichen die Nachtigall (Luscinia megarhynchos) zu nennen.

   

Wintergoldhähnchen

 

fast flügge Rotkehlchen

 

   

junger Kernbeißer

 

Weidenlaubsängernest

 

   

Wachholderdrossel

   

Die Wachholderrossel (Turdus pilaris) kommt im Beobachtungsgebiet leider nur noch mit wenigen Brutpaaren vor. In meiner ornithologischen Anfangszeit, insbesondere in den 90er Jahren war die Wachholderdrossel im Unstruttal noch sehr häufig vertreten. 1981 fand ich 47 Bruten in  4 Kolonien. Heute freue ich mich schon über 1-2 Einzelbruten. Auch die großen Winterschwärme sind heute Geschichte. Am 23.11.2012 sah ich zu meiner großen Freunde mal wieder ein Trupp von 31 Exemplaren.

 

   

Wachholderdrosseln am Nest

   

 

   

Singdrossel-Gelege

 

Rotdrossel

 

   

Amsel-Männchen

 

Amsel-Weibchen

 

   

junger Waldbaumläufer

 

Gartenrotschwanz

   

Star an Nisthöhle

   

 

Star an Nisthöhle

Die Spechte in den Wäldern sind durch Kleinspecht (Dendrocopos minor), Buntspecht (Dendrocopos major), Mittelspecht (Dendrocopos Mediums), Grauspecht (Picus canus) und Schwarzspecht (Dryocopos martius) vertreten.

   

Grauspecht

(Foto von einem guten Freund und Kenner der Avifauna)

  Schwarzspecht

 

   

junger Bunstspecht (Hunger!)

 

Buntspecht

Buntspecht


Bedingt durch das Vorkommen des Schwarzspechtes in allen größeren Waldgebieten mit Altbuchenbestand und dem dadurch entsprechend großen Höhlenangebot, ist das Vorkommen der Hohltaube (Columba oenas) mit etwa 25-30 Brutpaaren gesichert.

Schwarzspechthöhlen

Ein seltener Gast in den Waldgebieten ist der Zwergfliegenschnäpper (Ficedula parva). Während der Zugzeit häufiger anzutreffen sind Seidenschwanz (Bombycilla carrulus), Birkenzeisig (Carduelis flammea flammea), Fichtenkreuzschnabel (Loxia curvirostra), Bergfink (Fringilla montifringilla) und Waldschnepfe (Scolopax rusticola).

   

Seidenschwanz

   


Die Altholzbestände bieten natürlich auch den einheimischen Greifvögeln ausreichende Möglichkeiten zum Horstbau und zur Jungenaufzucht. Dominierende Art ist der Mäusebussard (Buteo buteo), der nicht nur in den Wäldern, sondern auch in Feldgehölzen, Baumreihen in der Feldflur und gelegentlich sogar auf Obstbäumen horstet.

 

   

Mäusebussardhorst

   
   

junge Mäusebussarde  -

soviel zur biologischen Mäusebekämpfung!

 

frisch geschlüpfter Mäusebussard

 

   

junge Mäusebussarde

   
   

Mäusebussard-Altvogel

   
   

frisch geschlüpfter Mäusebussard

 

junge Mäusebussarde

   

junger Mäusebussard

   

 

fast flügge Mäusebussarde

Der Charaktervogel des unteren Unstruttales ist jedoch der Rotmilan (Milvus milvus). Er besiedelt vorwiegend die kleinflächigen Laubwälder an den Hängen des Unstruttales und horstet auch gern auf den Großbäumen entlang des Flusslaufes. Der Schwarzmilan (Milvus migrans) ist mit seinem Vorkommen von 10-16 Brutpaaren in der Unstrutaue und hier speziell in Flussnähe vertreten.

   

Rotmilan

 

brütender Schwarzmilan

Der Sperber (Accipiter nisus) ist nach jahrzehntelanger Abwesenheit seit 1989 wieder Brutvogel im Gebiet. Sein Bestand beläuft sich zur Zeit auf 2-5 Brutpaare. Der Habicht (Accipiter gentilis), der mit etwa 8 Brutpaaren im Gebiet ansässig ist, schreitet in den größeren Waldungen zur Brut. Der Bruterfolg, der durch entsprechende Horstkontrollen überwacht wird, ist sehr wechselnd, meist jedoch sehr gering.
 

   

Sperber-Gelege

   

 

   

Sperber-Gelege


Habicht

 

Habichts-Weibchen am Horst

Durch seine unauffällige Lebensweise wird der Wespenbussard (Pernis apivorus) oftmals übersehen. Dennoch wird der Brutbestand im Gebiet auf 1-3 Brutpaare geschätzt.

   

Wespenbussardhorst

 

Wespenbussard

Der Baumfalke (Falco subbuteo) ist in den letzten Jahren wieder mit 1-2 Brutpaaren heimisch. Er nutzt für sein Brut und Jungenaufzucht vorwiegend alte Krähennester in Gehölzbeständen und auf Gittermasten nach.

 

Baumfalke im Fluge

Die Rohrweihe (Circus aeruginosus), die vorwiegend in größeren Röhrrichtbeständen nistet, aber auch Getreidefelder als Nistplatz nicht verschmäht, ist im Gebiet mit 3-5 Brutpaaren vertreten. Kornweihe (Circus cyaneus) und Wiesenweihe (Circus pygargus) sind im Gebiet nur selten während ihres Zuges anzutreffen.

Rohrweihen-Horst

   

junge Rohrweihen

   

 

   

junge Rohrweihen

   

Der Turmfalke (Falco tinnunculus) ist vorwiegend in den Ortschaften, an Gebäuden und E-Masten mit entsprechenden Brutmöglichkeiten, aber auch auf Einzelbäumen und Baumreihen, dort alte Krähenhorste zur Brut nutzend, als Brutvogel zu finden.  

   

Turmfalke

   

 

   

Turmfalke

   
   

junge Turmfalken in Artenschutzstation

 

junge Turmfalken in Krähenhorst

 

   

Turmfalke  in Flug

 

Turmfalke

Die Rabenvögel sind mit Eichelhäher (Garrulus glandarius), Elster (Pica pica), Rabenkrähe (Corvus corone corone) und Kolkrabe (Corvus corax) im Gebiet heimisch. Der Kolkrabe, der ehemals landesweit als stark bedroht eingestuft war, siedelte sich im Laufe seiner Wiederausbreitung Anfang der 80er Jahre im Gebiet an. Der derzeitige Brutbestand beträgt im nordwestlichen Teil des Burgenlandkreises um die 20 Brutpaare. Neben den Bruten in Altbuchenbeständen wurde 1993 erstmals eine Brut auf einem Freileitungsmast in der offenen Feldflur sowie neuerdings in einer Felswand festgestellt. Mittlerweile gibt es bereits 3-4 Mastbruten pro Jahr. Der Kolkrabe beginnt bereits Ende Januar/Anfang Februar mit seiner Brut. Durch die intensivierte Forstwirtschaft mit Holzungsmaßnahmen bis in den April und Mai hinein und die verstärkte Freizeitnutzung unserer Wälder werden allerdings viele Bruten aufgegeben.

   

Kolkrabenhorst in Rotbuchenbestand

 

... und auf Hochspannungsmast

 

   

Kolkrabenhorst auf Rotbuche

 

Kolkrabenhorst

Die Nebelkrähe (Corvus corone cornix) und die fruchtbaren Mischlinge aus Nebel- und Rabenkrähe sind jedes Jahr als Einzelexemplare auf den landwirtschaftlichen Flächen zu sehen. Zur Dohle hatte ich bereits weiter oben Ausführungen gemacht.

Siehe zu den Rabenvögeln auch meine Rabenvogelseite!
 

In der freien, meist völlig durch landwirtschaftliche Intensivierungsmaßnahmen ausgeräumten, Ackerlandschaft beschränkt sich das Artenspektrum auf nur wenige Arten. Neben der noch häufigen Feldlerche (Alauda arvensis) kommt in diesen Bereichen die Wachtel (Coturnix coturnix) und leider nur noch vereinzelt das Rebhuhn (Perdix perdix) vor.

 

   

Feldlerchengelege

   
   

junge Feldlerchen

  Bluthänfling-Gelege
   

Rohrammern-Gelege

 

Fasanen-Gelege 

 

   

Goldammer

 

Goldammern-Gelege

In Bereichen, wo die für unser Gebiet typischen Obstbaumalleen entlang von Wirtschaftswegen noch erhalten sind, brütet der Raubwürger (Lanius excubitor), der noch mit 1-2 Brutpaaren im Gebiet vorkommt. In den Zugzeiten werden die offenen Ackerflächen und insbesondere auch größere Wildkrautbestände von einer Reihe von Durchzüglern und Wintergästen besucht. Saatkrähen (Corvus frigilegus) im Verband mit Dohle (Corvus monedula), Berghänfling (Carduelis flavirostris) und Goldammer (Emberiza citrinella) sind dann oft in großen Trupps anzutreffen.
 

   

Neuntöter-Weibchen

 

Neuntöter-Männchen

 

   

Neuntöter-Weibchen brütet in dichten Dornengestrüpp

   

 

   

..... sieben fast flügge Neuntöter im Nest! (Ganz schön eng!)

   
   

Neuntöter-Gelege in Schilfbestand

 

Neuntöter-Gelege (untypische Färbung der Eier)

   

junge Neuntöter in Brennessel-Schilfbestand

 

junge Neuntöter

   

junge Neuntöter

 

junger Raubwürger im Nest

In den Bachauen entlang des Saubachs, Biberbachs, Steinbachs und des Gutschbachs kommt die Gebirgsbachstelze (Motacilla cinerea) vor. Sie legt ihre Nester in Aussparungen an alten Bauwerken, wie Wehren und Brücken oder auch in Abbruchwänden und im Wurzelwerk des Uferbereiches an.

   

Kraniche

   

 

   

Kraniche

   

 

 

   

Wildgänse

   

Häufig wird das Beobachtungsgebiet von ziehenden Kranichen (Grus grus) und nahrungssuchenden Wildgänsen besucht.

 

Seltenheiten

Hin und wieder erscheinen, außer den bereits genannten, weitere seltene Gäste im Unstrut- Triasland. So wurden zum Beispiel, Schneeammer (Plectrophenax nivalis) und auch der Merlin (Falco columbarius) im Gebiet festgestellt. Weiterhin hielt sich 1983 in der Zeit vom 9. 4. bis zum 22. 4. ein Trauerschwan auf den überschwemmten Wiesen bei Kirchscheidungen/ Burgscheidungen auf. Es muss natürlich davon ausgegangen werden, dass es sich bei diesem Vogel um einen Gefangenschaftsflüchtling handelte. Bei Freyburg wurde am 29. 10. 1975 durch W. KLEBB und D. SPOTT ein Blaukehlchen (Luscinia svecica) beobachtet. Neuere Beobachtungen der Art gibt es besonders im Raum um Karsdorf. Ebenfalls bei Freyburg am Unstrutwehr wurde von H. STURM vom 26. 12. 1962 bis 20. 1.1962 und an der Unstrut am 1. 1. 1968 je eine Wasseramsel (Cinclus cinclus) festgestellt. Neuerdings breitet sich die Art aus Thüringen in den Burgenlandkreis hinein aus. In den letzten Jahren wurden verstärkt Bruten im Bereich der Wethau und der Aga festgestellt. Auch an der Saale, insbesondere im Bereich Bad Kösen, wurde sie gehäuft beobachtet. Dieser Trend wird durch Beobachtungen der Wasseramsel an der Unstrut zwischen Balgstädt und Laucha im Oktober 2003 (1 Altvogel), am 25.09. 2011 (2 Altvögel) sowie am 29.09.2011 (1 Altvogel) bestätigt (Mitteilung durch Herrn L. BIEGEMANN). Eine Große Rohrdommel (Botaurus stellaris) wurde am 10. 12. 1969 durch H. STURM auf dem Markt in Freyburg ergriffen und an den Tierpark Bad Kösen übergeben. Je eine Ringdrossel (Turdus torquatus) wurde vom 11.4. - 13.4.1959 durch G. GIRBIG bei Zscheiplitz, am 30.4.1963 durch H. STURM und J.FISCHER bei Freyburg auf dem Rödel und am 31. 3. 1974 durch H. STURM bei Kirchscheidungen festgestellt. Bei Branderoda wurde am 15. 10. 1893 1 Exemplar des Tannenhähers (Nucifraga caryocatactes) geschossen (WEBER). Eine Blauracke (Coracias garrulus) wurde unter anderem am 8. 6. und 9. 6. 1974 durch E. und J. KOCH auf einer Leitung bei Burgscheidungen festgestellt. Je ein Rotkopfwürger (Lanius senator) erfreuten am 19. 5. 1968 bei Balgstädt im Hasseltal (H. STURM) und am 26. 5. 1993 bei Zscheiplitz auf dem Schafberg (M. KRAWETZKE) die Beobachter.

Nilgänse

Seit 2007 wurden im Bereich des Unstrutaue zwischen Freyburg und Karsdorf immer wieder Nilgänse (Alopochen aegyptiacus) beobachtet. Im Jahr 2009 konnte bei Karsdorf erstmals ein Brutpaar mit 5 kleinen Jungen im Unstruttal festgestellt werden. 2010 konnten schon mind. zwei Brutpaare festgestellt werden. 2011 fand ich im Raum Karsdorf zwei Baumbruten auf Greifvogelhorsten.

   

Nilgans-Paar

 

Nilgans mit Jungen (2010)

 

Heckenbraunelle

 


 

"Alles was gegen die Natur ist, hat auf Dauer keinen Bestand"  | Charles Darwin

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