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Neophyten und Neozoen

eine Bedrohung für unsere heimische Tier- und Pflanzenwelt ?

Warum eine "Neophyten- und Neozoen-Seite"? Diese „Fremdlinge“ in unserer Landschaft beschäftigen mich bei meinen Gängen durch die Natur schon viele Jahre. An vielen Stellen tauchen „neue“ Pflanzen auf und überwuchern und verdrängen heimische Pflanzenarten. Ebenso greifen „neue“ Tiere wie z.B. Mink und Waschbär nicht unwesentlich in heimische Vogelbestände ein. Um vielleicht etwas aufzuklären und zu erreichen, dass mit solchen Arten etwas vorsichtiger umgegangen wird, habe ich diese Seite eingerichtet. Im Prinzip kann jeder mithelfen, in dem er zum Beispiel Gartenabfälle nicht in der freien Landschaft entsorgt oder darauf verzichtet neue (invasive) Pflanzenarten im Siedlungsbereich oder gar im Außenbereich ausbringen sowie vorher in Gefangenschaft gehaltene Tiere ungenehmigt „auszuwildern“

 

 

Vorweg ein Link zum Themenheft der Zeitschrift "Naturschutz im Land Sachsen-Anhalt" Jahrgang 46 (2009) Heft 2

Neobiota in Sachsen-Anhalt

 

Was sagt das Naturschutzgesetz zum Thema?

§ 40 BNatSchG - Nichtheimische gebietsfremde und invasive Arten

(1) Es sind geeignete Maßnahmen zu treffen, um einer Gefährdung von Ökosystemen, Biotopen und Arten durch Tiere und Pflanzen nichtheimischer oder invasiver Arten entgegenzuwirken.

(2) Arten, bei denen Anhaltspunkte dafür bestehen, dass es sich um invasive Arten handelt, sind zu beobachten.

(3) Die zuständigen Behörden des Bundes und der Länder ergreifen unverzüglich geeignete Maßnahmen, um neu auftretende Tiere und Pflanzen invasiver Arten zu beseitigen oder deren Ausbreitung zu verhindern. Sie treffen bei bereits verbreiteten invasiven Arten Maßnahmen, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern und die Auswirkungen der Ausbreitung zu vermindern, soweit diese Aussicht auf Erfolg haben und der Erfolg nicht außer Verhältnis zu dem erforderlichen Aufwand steht.

Ich glaube da besteht noch wesentlicher Handlungsbedarf seitens der zuständigen Stellen.

 

I. Neophyten

Neophyten sind Pflanzenarten, die von Natur aus nicht in Deutschland vorkommen, sondern erst durch den Einfluss des Menschen nach der Entdeckung Amerikas durch Kolumbus 1492 in Deutschland bzw. Europa eingewandert sind. Sie gehören daher zu den gebietsfremden oder nichteinheimischen Arten.

Viele Arten wurden durch den Menschen beabsichtigt als Zier- oder Nutzpflanzen eingeführt. Die Einführung kann jedoch auch z.B. durch Verschleppung von Pflanzensamen mit Handelsgütern unbeabsichtigt erfolgen.

Man unterscheidet "invasive" Arten und „nicht invasive“ Arten.

Als invasive Arten werden im Naturschutz gebietsfremde Pflanzenarten bezeichnet, die unerwünschte Auswirkungen auf andere Arten, Lebensgemeinschaften oder Biotope haben. So können sie z.B. in Konkurrenz um Lebensraum anderen Pflanzen treten und diese verdrängen (z.B. durch Bildung von Dominanzbeständen). Invasive Neophyten können auch ökonomische (z.B. Unkräuter) oder gesundheitliche Probleme (Herkulesstaude) verursachen.

Die nicht invasiven Arten sind eher unproblematisch, da diese freie „Nischen“ im Ökosystem nutzen und somit andere Arten nicht verdrängen.  

 

   

Auch die Schmalblättrige Ölweide breitet sich in unserer Region auf halbtrockenen und trockenen Standorten invasiv aus!

   

 

 

Einige Beispiele für Neophyten bzw. invasive Arten in unserer Region:

Deutscher Name

Latein. Name

Herkunft

 Allgemeines

Eschenahorn

Acer negundo

Nordamerika

verbreitet sich u. a. in den Flussauen

Kanadisches Berufkraut

Conyza canadensis

Nordamerika

Ruderalpflanze

Kugeldistel

Echinops sphaerocephalos

Südeuropa

auf Halbtrockrasen- und Ruderalflächen verbreitet

Wasserpest

Elodea canadensis 
Elodea nuttallii

Michigan

Ausbreitung in Gewässern

Franzosenkraut

Galinsoga parviflora

Südamerika

angeblich von Napoleons Truppen eingeschleppt (???)

Herkulesstaude

Heracleum mantegazzianum

Kaukasus

 Giftig!

Drüsiges oder Indisches Springkraut

Impatiens glandulifera

Südasien

Massenbestände an Fluss- und Bachufern,

Lupine

Lupinus polyphyllus

Nordamerika

Giftig!

Strahlenlose Kamille

Matricaria discoidea

Nordamerika

als Heilpflanze eingeführt

Nachtkerze

Oenothera biennis

Nordamerika

im 17. Jahrhundert eingeführt

Staudenknöterich

Reynoutria japonica /
sachalinensis

Ostasien

1825 als Zier- und Viehfutterpflanze nach Europa eingeführt, verbreitet an Bach- und Flussufern, aufgrund vegetativer Vermehrung schwer zu entfernen

Robinie 
(Falsche Akazie)

Robinia pseudoacacia

Nordamerika

Ausbreitung z.B. auf Halbtrockenrasen

Kanadische Goldrute

Solidago gigantea 
Solidago canadensis

Nordamerika

im 17./18. Jahrhundert eingeführt, verbreitete und sehr ausdauernde Pioniere auf z.B. Grünlandbrachen

Orientalisches Zackenschötchen

Bunias orientalis

Sibirien bis nach Ost- und Südosteuropa

Ausbreitung entlang von Straßen und übergreifend auf Brachen und Ödländer

Beifußblättrige Ambrosie

Ambrosia artemisiifolia

Nordamerika

Pollen gehören zu den stärksten Allergie-Auslösern – im BLK noch nicht so häufig

Gemeiner Bocksdorn

 Lycium barbarum,

Südosteuropa bis China

Ausbreitung z.B. an Trockenmauern (Schweigenberge Freyburg)

Pfeilkresse

Cardaria draba

Mittelmeergebiet und Asien

Ausbreitung z.B. an Bahndämmen

Schmalblättrige Ölweide

Elaeanus angustifolia

Zentralasien

Im 17. Jahrhundert eingeführt, Ausbreitung auf z.B. Halbtrockenrasen

Gewöhnliche Mahonie

Mahonia aquifolium

Asien und Mittel- und Nordamerika

Ausbreitung z.B. in Trockenwäldern

Blasenstrauch

 

Colutea arborescens

Nordafrika, Süd- und südliches Mitteleuropa, Westasien

Ausbreitung z.B. auf Trocken- und Haltrockenrasen

 

Ein paar Infos zu ausgewählten Arten von Neophyten:

 

Orientalisches Zackenschötchen (Bunias orientalis)

 Wem ist die gelb blühende Pflanze noch nicht aufgefallen?

Sie tritt auch bei uns im Burgenlandkreis seit einigen Jahren verstärkt auf und breitet sich rasant aus.

 

Massenbestand im NSG "Forst Bibra"

 

Entlang vieler Straßen ist es, oft verwechselt mit dem Raps, bereits in Massenbeständen zu sehen. Es breitet sich von dort auf Wiesen, Ackerbrachen, Streuobstbestände, Trockenrasen, Ödlandflächen und Deiche aus. Besonders große Bestände haben sich bereits auf den Deichen am Flutkanal bei Memleben ausgebildet. Aber auch in Naturschutzgebieten, wie dem „Forst Bibra“ oder dem „Schmoner Busch, Spielberger Höhe und Elsloch“ macht es sich bereits breit.

Von Weg- und Straßenrändern aus verbreitet sie sich.

Das Orientalische Zackenschötchen gehört wie der Raps zur Familie der Kreuzblütler, wird bis 1,5 m hoch und kann über 10 Jahre alt werden. Es bildet im Mai verzweigte Seitentriebe mit gelben, stark (eher unangenehm) riechenden Blüten.

Verbreitet wird es z.B. durch Autoreifen (im Profil) oder durch entsprechenden Wiesenschnitt, welcher an andere Orte verbracht wird.

Die Gefahr die sich durch seine Ausbreitung für den Naturschutz ergibt, ist vor allem die Bildung von Dominanzbeständen auf wertvollen Flächen und damit Verdrängung anderer Pflanzenarten, Zerstörung von Lebens- und Nahrungsräumen der heimischen Tierwelt sowie auch der Wegfall von Vernetzungslinien/-elementen in der offenen Landschaft.

 

Nach der Mahd wieder ausgetriebene Pflanzen.


Die Bekämpfung gestaltet sich, wenn man nicht permanent mit der „chemischen Keule“ herangehen will, ziemlich schwierig. Bei einer mechanischen Bearbeitung wie Umgraben, Hacken und Fräsen werden die Wurzelteile nur vermehrt und treiben neu. Der bearbeitete Boden eignet sich ideal für die Wiederbesiedlung und Ausbreitung der Art.

Häufiges Mähen (mehr als zweimal im Jahr) verhindert oder verringert aber die Blüte und Samenbildung. Davon sterben die Pflanzen jedoch nicht ab. Eine chemische Bekämpfung mit Herbiziden ist aus ökologischen Gründen eigentlich nicht vertretbar.

Im NSG „Forst Bibra“ konnte ich letztens eine kleine Schafherde beobachten, welche die Bestände erheblich dezimiert, aber natürlich nicht vernichtet haben. Die Pflanze soll nach Verbiss auch zur Neubildung von Blüten neigen, dann wäre die „Arbeit“ der Schafe fast umsonst gewesen.

Wichtig wäre es aber erst einmal, dass die Bedrohung für die heimische Fauna und Flora, welche sich aus der rasanten Ausbreitung der Art ergibt, wahrgenommen wird.

 


 

Drüsiges oder Indisches Springkraut (Impatiens glandulifera)


Das Indische Springkraut wurde in Europa Anfang des 19. Jahrhunderts als attraktive Zierpflanze aus Indien eingeführt. Aus dem Garten war der Weg in die freie Landschaft nicht weit, da der Samen bis zu 7 m aus der Fruchtkapsel herausgeschleudert wird. Gerade im Randbereich von Bächen und Flüssen verbreitet sich die Pflanze aufgrund ihrer schwimmfähigen Samen sehr schnell.

Jede Pflanze produziert bis zu 2.000 Samen. Die Pflanze selbst ist nur einjährig, die Samen bleiben jedoch über 4 - 5 Jahre hinweg keimfähig.

Massenbestand am Unstrutufer

Mittlerweile sind im Burgenlandkreis bereits die Ufer der Saale weitgehend mit einem breiten Streifen vom Springkraut bestanden. Auch an Unstrut und Elster nehmen die Bestände immer mehr zu.
Durch das flächendeckende Auftreten verdrängt das Indische Springkraut die standortgerechte Vegetation, die einerseits eine natürliche Ufersicherung darstellt und Lebensraum für die einheimische Tierwelt bietet.

   

Massenbestand am Unstrutufer

 

Blüten und Samenkapseln

Beim Indischen Springkraut handelt es sich um eine einjährige Pflanze, so dass sich eine Bekämpfung nicht wie z.B. beim Staudenknöterich und dem Zackenschötchen auch auf die Wurzeln erstrecken muss, sondern ein Schnitt vor der Samenreife ausreicht um die Samenproduktion und Samenverbreitung zu verhindern. 

 


 

Japan-/Sachalin-Staudenknöterich (Reynoutria japonica/sachalinensis)

Der Staudenknöterich wurde insbesondere als Zierpflanze im 19. Jahrhundert aus Ost-Asien eingeführt.

 

Staudenknöterich in Blüte

 Die Verbreitung erfolgt meist über kleine bewurzelungsfähige Spross- und Rhizomstücke. Da die Staudenknöterichbestände oft an Bach- und Flussufern stehen, werden Pflanzenteile bei Hochwassersituationen weg- und anderswo angespült. Beim Transport von Erdmaterial werden ebenfalls Rhizomteile mitgenommen uns an neue Standorte verteilt.

Die Verbreitung über Samen spielt keine wesentliche Rolle.

Massenbestand in einer Streuobstwiese (durch jahrelangen Rückschnitt schon etwas geschwächt)

An den Stellen, an denen Staudenknöterich wächst, ist er mit seinen bis zu 4 m hohen Dickichten so dominant, dass keine anderen Arten mehr wachsen können

Die heimische Tierwelt nimmt den Staudenknöterich weder als Futterpflanze noch als Wohnraum an.

Den an vielen Stellen teilweise achtlos eingebrachten Staudenknöterich zu beseitigen ist äußerst schwierig. Durch seine tief in den Boden reichende Pfahlwurzel (Speicherwurzel), die die Dicke einer Kartoffel haben soll, ist er sehr ausdauernd.

Nur durch konsequente möglichst alle 14 Tage erfolgende Mahd und die über mehrere Jahre hinweg, kann man dem Staudenknöterich „Herr“ werden.

Nach der Mahd......

Dadurch wird die Pflanze gezwungen ihre Reserven aufzubrauchen und wird wirksam geschwächt.

Bei kleineren Beständen muss man die gesamte Pflanze ausgraben. Dies muss sehr sorgfältig geschehen, da keine Rhizomteile zurückbleiben dürfen. Um die ausgegrabene Pflanze tatsächlich zu vernichten müssen die Pflanzenteile verbrannt oder bei großer Hitze kompostiert werden.

 

Links zum Thema Neophyten

Bundesamt für Naturschutz zum Thema

Zusammenfassung der Problematik vom BfN

Neophyten Neulinge in der Pflanzenwelt -LfU Bayern

Neophyten Pflanzenportraits (LfU Bayern)


Seiten zu Neophyten aus der Schweiz:

Invasive Neophyten

Information zu invasiven gebietsfremden Pflanzen.

sehr informatives Poster zu Neophyten

 


II. Neozoen 

Neozoen sind solche Tiere die seit Beginn der Neuzeit (Beginn mit der Entdeckung Amerikas durch Kolumbus 1492) unter direkter oder indirekter Mithilfe des Menschen in ein ihnen zuvor nicht zugängliches Faunengebiet gelangt sind.

Mit der Bezeichnung Neozonen wurden Namen wie Eindringlinge, Einwanderer, Fremdlinge, Exoten, eingeschleppte Arten (auch aus politischen Gründen) entschärft.

Vor 1492 eingeführte oder eingeschleppte Tiere werden als Archäozoen bezeichnet.

Die Anzahl der Neozoen in Deutschland wird nach neuesten Erkenntnissen auf ca. 2000 Arten (2-3 % von insgesamt ca. 65.000 Tierarten in Deutschland) geschätzt. Davon haben sich etwa 210 Arten in unseren heimischen Ökosystemen bereits etabliert.

  

Link zu Neozoen:

Bestandsaufnahme und Bewertung von Neozoen in Deutschland (im Auftrag des Umweltbundesamtes)

 

Einige Beispiele für Neozoen im Burgenlandkreis

Deutscher Name

Latein. Name

Herkunft

 Allgemeines

Nutria

Myocastor coypus

Südamerika

ab dem 18. Jahrhundert aus Pelztierfarmen entflohene o. ausgewilderte Tiere

Bisamratte

Ondatra zibethicus

Nordamerika

1915 erschienen die ersten Exemplare in Deutschland

Mink

Mustela vison

Nordamerika

Wildert an Unstrut und Saale

Marderhund

Nyctereutes procyonoides

östl. Sibirien, China, Japan

Einzelbeobachtungen

Waschbär

Procyon lotor

Nordamerika

breitet sich rasant aus

Wildkaninchen

Oryctolagus cuniculus

Iberische Halbinsel

In der frühen Neuzeit (Mitte 13. bis Ende 15. Jahrhundert) in Deutschland eingebürgert

Damhirsch

 

Dama dama

Mesopotamien

durch Auswilderungsaktionen fast flächendeckend vertreten

Nilgans

Alopochen aegyptiacus

Ostafrika, Balkan

z. B. bereits mehrere Brutpaare in der Unstrutaue

Mandarinente

 

Aix galericulata

Nordostchina, Amurregion, Japan

Einzelbruten z.B. bei Balgstädt

Jagdfasan

Phasianus colchicus

Mittelasien

freilebende Populationen in Deutschland gibt es offenbar seit dem 12. und 13. Jahrhundert

Regenbogenforelle

Oncorhynchus mykiss

nordwestliches Nordamerika

seit 1882 auch in Europa verbreitet

Rosskastanienminiermotte

Cameraria ohridella

erstmals in Mazedonien entdeckt

verursacht die Kastanienkrankheit

Kartoffelkäfer

Leptinotarsa decemlineata

Colorado, USA

1874 einige Exemplare nach Europa eingeschleppt

 

 Ein paar Infos zu ausgewählten Neozoen:

Waschbär  (Procyon lotor)

Der Waschbär stammt aus Nordamerika. Das Aussetzen von zwei Waschbärenpärchen am hessischen Edersee im Jahr 1934 markierte den Beginn der nahezu vollständigen Besiedlung Deutschlands durch den Waschbären. Einen zweiten „Ausbruchsherd“, der entscheidend für die Verbreitung des Waschbären im brandenburgischen Raum und den angrenzenden ostdeutschen Bundesländern gab es in Wolfshagen bei Strausberg. Hier gelang 1945 etwa zwei Dutzend Waschbären nach einem Bombentreffer die Flucht aus einer Pelztierfarm.  

Waschbären sind nachtaktiv und daher nur schwer zu beobachten. Tagsüber halten sie sich in Höhlungen aller Art verborgen, so z.B. in Fuchsbauen, in Holzstapeln, in hohlen Bäumen, in Felsspalten, Stollen, Steinbrüchen. Man fand  ihn jedoch auch schon in Hochsitzen und selbst in Greifvogelhorsten. In der Tierwelt hat der Waschbär in unseren Breiten mit Ausnahme des nur vereinzelt vorkommenden Uhus keine Feinde.

Waschbär (Verkehrsopfer)

Der Waschbär ist in seiner Ernährung sehr vielseitig. Als Allesfresser ernährt er sich von Enten und Hühnern, Singvogel-Gelegen und Fischen, von Regenwürmern, Mäusen, Fröschen, Insekten, Ratten,  aber auch von Obst, Wildfrüchten, Eicheln, Nüssen, Bucheckern, Mais und Hafer.

 Zur tatsächlichen Bestandsentwicklung des Waschbären lässt sich nicht all zuviel finden. Eine interessante Seite rund um den Waschbären findet Ihr hier: Waschbärenseite.
Der Deutsche Jagdschutz-Verband (DJV) macht darauf aufmerksam, dass besonders Waschbär und Marderhund Deutschland für sich entdeckt haben. Mehr als 54.000 Waschbären kamen im Jagdjahr 2008/09 (April 2008 bis März 2009) zur Strecke - über 18.000 Exemplare mehr als im Jahr davor. Im Burgenlandkreis wurden in der Saison 2010/2011 immerhin über 880 Waschbären erlegt.


 

Marderhund (Nyctereutes procyonoides)

Der Marderhund ist ein sehr scheuer und nachtaktiver Bewohner von Wäldern mit viel Unterholz. Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet des Marderhunds umfasst das östliche Sibirien, das nordöstliche China und Japan. Im 19. Jahrhundert führte man Marderhunde in Westrussland ein, um sie für die Pelzzucht leichter verfügbar zu machen. Seit 1960 breitet sich der Marderhund in Deutschland aus. Über 30.000 Exemplare erlegten die Jäger in der Saison 2009/2010. Die Entwicklung der Jagdstrecken verdeutlicht die rasante Verbreitung der beiden Wildtiere. Innerhalb von zehn Jahren ist die Zahl der erlegten Waschbären und Marderhunde auf das 9-fache angestiegen. Im Burgenlandkreis wurden in der Saison 2010/2011 19 Marderhunde erlegt.

Mehr zum Marderhund auf WIKIPEDIA


 

 

Mink (Mustela vison)

 

 

Beim Mink handelt es sich nicht um ein heimisches, ins Öko-System eingebundenes Tier, sondern um eine aus den USA eingeschleppte Art, eine Art großer Nerz, die sich seit Jahren ungehindert vermehren und mittlerweile teilweise erhebliche Schäden an der heimischen Fauna anrichten.

Mink (Verkehrsopfer)

Ihren Ausgang nahm die Plage in früheren Zuchtbetrieben, aus denen Tierschutz-Aktivisten im Zuge der Anti-Pelz-Bewegung ab Ende der 1980er Jahre immer wieder Tiere "befreit" haben sollen. Falsche Tierliebe und übertriebener Aktionismus, welcher vielen heimischen Tierarten den Lebensraum und oft das Leben kostet.

Der überwiegend dämmerungs- bzw. nachtaktive Mink jagt nicht nur im Wasser, sondern auch zu Lande und bevorzugt neben Ratten, Insekten oder Amphibien vor allem auch Vögel oder deren Eier. Im Burgenlandkreis wurden in der Saison 2010/2011 immerhin über 10 Minks erlegt.

 Mehr zum Mink auf WIKIPEDIA

 

"Alles was gegen die Natur ist, hat auf Dauer keinen Bestand"  | Charles Darwin

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